Ich bin heute auf eine Seite von ebay gestossen, auf der man anhand einer Vielfalt an Möglichkeiten wählen kann, ein guter Konsument oder auch Verkäufer zu werden.
Das gute ebay
Nicht verwundert war ich, als ich das Angebot von ebaygivegoodgreen.com fand und so feststellen konnte, dass auch ebay im Betätigungsfeld CSR mit Angeboten für Käufer und Verkäufer intensiv mitmischt.
Der Bezug zu meinen drei Geschäftsideen
In meinem Artikel Geschäftsideen beschreibe ich drei Modelle, denen alle der gleiche Grundgedanke gemein ist: Gutes zu Tun, indem Designprodukte zum Verkauf angeboten werden. Nachfolgend möchte ich dazu drei von fünf Ansätzen von ebay mit meinen vergleichen — auch wenn es bei ebay ums Versteigern und bei mir ums Verkaufen geht.
- Connects you with ethically sourced, Fair Trade, and eco-friendly goods. Independent organizations we call Trust Providers verify the positive impact of every product on people and our planet
Dieser Ansatz ist meiner Idee Schön und Gut sehr ähnlich: ein Shop mit Produkten entwickelt von Designern und hergestellt von NPOs oder Produkte aus recyceltem Material. In Frage kommende Designbeispiele habe ich bereits in den Artikeln Design aus Abfällen und Design von sozial benachteiligten Gruppen vorgestellt.
Wenn man sich durch das Angebot von “World of good” klickt, stellt man schnell fest, dass die Produkte nicht spezifisch Ästhetik und Design-Begeisterte adressieren wie meine Idee, vielmehr finden sich hier auch viele kunsthandwerkliche und nach Fair-Trade anmutende Produkte. Das ist schön für ebay, weil die Plattform bezüglich ihrer Kommunikation in dieser Form nicht mit dem von mir identifizierten Strategischen Dilemma konfrontiert ist wie:
… einerseits sollen Käufer, denen die sozial verantwortliche Herstellung von Produkten wichtig ist, angesprochen werden, andererseits können sie sich von der Vordergründigkeit dieser “sozialen” Message unangenehm berührt fühlen – sie handeln ja nicht aus Mitleid, sondern aus der Überzeugung, dass die Produkte einem hohen Design Anspruch haben.
- Since 2003, eBay has offered sellers the chance to turn their listings be into a force for good with eBay Giving Works. Seller can donate as little as 10%* or as much as 100% (minimum $5) of an item’s final sale price to a NPO the seller wants to support.
Dieses Angebot von ebay basiert auf dem Prinzip des zweckgebundenen Marketings, siehe Definition Wikipedia, identisch zu meiner Geschäftsidee Soziale Schnäppchen. Ebay arbeitet für dieses Angebot mit der Unternehmung MissionFish zusammen.
Ich habe bei der Vorstellung der drei Geschäftsideen zu diesem Thema auch eine Fragestellung formuliert:
Ist es “gut” (z.B. aus Sicht der Konsumenten), dass Unternehmen im Rahmen ihres vielleicht nur kurzfristigen Engagements soziale Missstände bekämpfen, mit dem Ziel ihr Image mit positiven Emotionen aufzuladen und ihre Umsatzzahlen so zu erhöhen?
Ebay als Plattform umschifft diese möglicherweise problematische Sicht der Konsumenten mit seinem Ansatz clever: ebay selbst erhöht nicht seine Umsatzzahlen, auch wenn dies natürlich indirekt über seine Verkäufer bewirkt werden soll — und ist so den Vorwurf von Geschäftemacherei los. ebay muss auch nichts vom eigenen Umsatz abtreten (abgesehen von den Kosten die Logistik für dieses Verkäuferservice bereitzustellen) und kann dennoch mit dem positiven Effekt auf das Image rechnen.
- Offers to invest in microfinance organizations that provide loans to the working poor.
Den Aspekt des “Sozialen Risiko-Kapital” greife ich in meiner dritten Idee Engagierte Designwelt auf und möchte dazu diverse Möglichkeiten, auf die ich im Rahmen meiner Recherchen gestossen bin, in der Artikelreihe Nächstenliebe vorstellen.
Und nun?
… ein Glück, dass ich noch eine vierte Idee im Sack habe. Mal sehen.
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