Was ist stratesischer Konsum? Kann der bewusste Konsum etwas bewirken? Was macht den echten Lohas aus? Ist der Wunsch nach Konsum, Ästhetik und Ethik vereinbar? Ab wann reduziert sich Natur im Design auf ein Stilmittel? Widersprechen wir Deutschen uns, wenn es um die Umwelt geht? Warum sind Entscheidungen im Bezug auf Nachhaltigkeit nicht einfach?
Artikel dieser Reihe:
0. Übersicht
1. Soziale Gerechtigkeit
2. Strategischer Konsum
3. Spenden und Ehrenamt (noch in Arbeit)
4. Corporate Social Responsibility (noch in Arbeit)
Im Dickicht von Begrifflichkeiten
Was ist stratesischer Konsum? Kann der bewusste Konsum etwas bewirken?
Wir können mit jedem Kauf nicht nur unser privates Glück befriedigen, sondern auch die Lebensstandards für Mensch und Umwelt auf der ganzen Welt erhöhen, wenn wir fair gehandelte und ökologisch korrekt hergestellte Produkte kaufen … Der strategische Konsument geht noch einen Schritt weiter: … Er gestaltet den Markt, indem er sich informiert und bewusst einkauft. schreibt Nicole Zepter auf Utopia
Der Artikel Strategischer Konsum statt nachhaltiger Politik? debatiert dagegen kritisch, warum der Bürger mehr als der Konsument bewegen kann:
Davon aber, dass “kritische” oder inzwischen auch “strategische” Konsumenten die Unternehmen zu einer signifikant ökologischeren Produktpolitik “gezwungen” hätten, kann kaum die Rede sein. Nicht einmal Energiesparlampen und verbrauchsarme Autos haben sich bislang am Markt durchsetzen können, allem Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zum Trotz.
Was macht den echten Lohas aus? Wer sind die Dinkys?
Wie ein Manifest lesen sich die Zeilen von karmakonsum:
Wir sind die neuen Ökos, von denen die Presse haufig redet. Unser Konsum ist konsequent ökologisch und fair, ohne auf Modernität zu verzichten.
In dem Country Report “Consumer Lifestyles – Germany” (2008) des Euromonitor International Portals werden unter der Überschrift “People in Their Thirties” auch die Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability) und Dinky (dual-income, no kids, yuppie) beschrieben:
Today’s 30 year-olds have had to make the switch from the all-caring state to paying high contributions for health insurance and arranging their own pension plans. They have seen the internet bubble burst … have also been labelled ‘generation praktikum’ … Many of them can look forward to inheriting considerable wealth and property from their parents’ generation. There is a neat division in this age group between young families and dinkys.
There is a strong presence of lohas consumers who, while not politically active, take an interest in ethical and green consumption. However, this age group has also grown up with foreign travel, which it takes for granted, giving it a cosmopolitan outlook … Many of the dinky couples can afford to eat out more often than the national average and have discovered fine cuisine and wine.
Sind die Wünsche nach Konsum, Ästhetik und Ethik vereinbar? Und ab wann reduziert sich Natur im Design auf ein Stilmittel? - ein paar Studien
I shop therefore I am via Roger Live
Shopping has turned into a lifestyle. We consume as leisure and a way to pass time. But at the same time many are realizing that … shopping often works as a substitute for something that we’re missing in life. At what point … it is all about what we buy and what we choose to invest in, the world we live in will be the result of those choices.
Dem Thema Ethik nähern sich die Konsumenten heute über Ästhetik, statt wie einst über Ideologie, hat die Trendstudie der Otto Group herausgefunden.
Definition der GENERATION G For many, sharing a passion and receiving recognition have replaced ‘taking’ as the new status symbol. Businesses should follow this societal/behavioral shift, however much it may oppose their decades-old devotion to me, myself and I.”
Ein amerikanisches Trendbüro besetzt diesen Begriff, der verschiedene Trends des Gebens in einem interessanten Artikel beschreibt und acht Möglichkeiten für Firmen aufzeigt, ein Teil der GENERATION G zu werden.
Stilwerk und das Trendbüro zeigt Wie werden wir in Zukunft wohnen?, darunter findet sich u.a. archaic nature und Öko Pop, die, sollten sie nicht in sich nachhaltige Aspekte aufgreifen, dies stark in stilistischer Manier vollziehen.
Widersprechen wir Deutschen uns, wenn es um die Umwelt geht?
Country Report “Consumer Lifestyles – Germany” (2008) des Euromonitor International Portals beschreibt den deutschen Widerspruch der Umwelt gegenüber:
On the one hand, there is widespread concern among the population about global warming and its effects on the environment. Most Germans adhere religiously to the prescribed separation of household waste. The German media are full of tips on how to conserve energy and fuel. The Allensbach Institute shows in one of its surveys that 84% of the population are switching off lights that are not needed and 70% are taking care not to leave electrical implements on the stand-by function. More than half the population has reduced their central heating temperature at home.
On the other hand, German car manufacturers are still lagging behind in ‘greening’ their cars, which are among the fastest, with the highest fuel consumption. In packaging, the ecological solution of re-using glass bottles is fading in favour of the throw-away pet bottles, which consumers assume will be recycled.
Spannend auch eine Studie der Agentur continuum, die die Konsumenten-Perspektive auf Nachhaltigkeit verdeutlicht:
• Concern and impact don´t match up
• Environmental actions are done for personal reasons:
• Consumers are not aware of the full product lifecycle
Warum sind nachhaltige Entscheidungen schwer zu treffen?
Das Problem mit der Komplexität
Artikel: Strategischer Konsum statt nachhaltiger Politik? Der Einzelne ist der Komplexität klimapolitischer und energiewirtschaftlicher Funktionszusammenhänge meist nicht gewachsen, seine subjektiven Handlungsintentionen dementsprechend nicht immer mit den materiellen Folgewirkungen korrespondieren.
Als Beispiel wird das Stromsparen im Haushalt zur Verminderung des globalen CO2-Ausstoßes aufgeführt.
Auffindbarkeit und Bequemlichkeit
karmakonsum hat kürzlich auf eine amerikanische Studie verwiesen, die eine andere Form der Komplexität aufgreift. Laut dieser kaufen mehr als 25% der amerikanischen Bevölkerung keine grünen Produkte, weil sie diese an ihrem gewohnten Einkaufsort nicht finden können. Ähnliches wird wohl auch auf Deutschland übertragbar sein.

Die Verbraucher Initiative griff diesen Aspekt in der Entwicklung eines Leitsysteme zur Förderung nachhaltiger Produkte auf. Diese wurden in zwei Pilotprojekten getestet. Die Ergebnisse waren ermutigend. So stieg der Bestellwert einer mit einem Leitsystem versehenen Online-Seite des Versandhandelshauses OTTO um 8 %. In einer Filiale der Bau- und Heimwerkermarktkette OBI wurden bei ausgewählten Produkten aus nachhaltiger Erzeugung im Vergleich zum Vorjahr Absatzsteigerungen von 12 % erreicht. Die genaue Beschreibung des Leitsystems und die Auswertung der beiden Pilotprojekte finden Sie hier.
Labelsumpf
Eine Studie beauftragt der Bundesregierung Über die Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen thematisiert u.a. die Problematik von ökologisch bzw. sozial verantwortlichen Lables. Sie existieren in einer Vielzahl und werden teilweise nur mangelhaft oder gar nicht überprüft.
Ecotopten konzentriert sich auf die zehn wichtigsten Produktfelder und stellt dort jeweils diejenigen Produkte vor, die aus Umwelt- und Kostensicht zu den Spitzenprodukten zählen. Das Projekt führt das Öko-Institut durch und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
Der Nachhaltige Warenkorb in Form einer Broschüre geht auf die Initiatve des Nachhaltigkeitsrates zurück und versucht ebenfalls eine Orientierung zu geben. Er soll Impulse für die vielen täglichen Kaufentscheidungen geben und damit ermutigen, die Folgen jeder Entscheidung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt beispielhaft praktikabel zu machen.
Hier gehts zur Übersicht der aktuellen Artikel
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